Kultur erleben – UNESCO Welterbestätten der Schweiz

with Keine Kommentare

In der Schweiz wurden bis jetzt 12 Natur und Kulturstätten als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet. Jede einzelne ist auf Grund seiner spektakulären Aussicht oder beeindruckenden Geschichte einen Besuch wert. Die ausgezeichneten Bauten oder Landstriche wurden wegen ihrer einmaligen und authentischen Art ausgewählt und sollen durch den Titel geschützt und somit auch für künftige Generationen erhalten werden.

Wir stellen euch die 12 Orte in der Schweiz einmal genauer vor, in denen die Natur oder die Kultur zum UNESCO Welterbe gehört:

Altstadt von Bern

Die mittelalterliche Altstadt von Bern ist weitgehend unverändert erhalten. Deshalb wurde sie 1983 als Weltkulturgut aufgenommen. Die Altstadt ist von der Aareschlaufe umgeben und man geniesst von hier einen überwältigenden Ausblick auf das Alpenpanorama. Die romantische Stadt verdankt ihren Reiz dem geschlossenen Stadtbild. Der Figurenbrunnen aus der Renaissance sowie das Münster sind umgeben von weitgehend erhaltenen Sandsteinfassaden. Die Stadt ist ein grossartiges Zeugnis mittelalterlichen Städtebaus.

Unser Hoteltipp: Das Sorell Hotel Ador*** (Garni) in Bern

Benediktinerinnen-Kloster St. Johann in Müstair

Verdanken tun wir das nächste Weltkulturerbe Karl dem Grossen. Er erbaute dieses Zeugnis der karolingischen Zeit im 8. Jahrhundert. Das international bekannte Kloster St. Johann in Müstair zeigt euch umfangreiche und die besterhaltenste frühmittelalterlichen Bilderzyklen mit eindrucksvollen Fresken. Im Klostermuseum Plantaturm erlauben die Benediktiner-Nonnen einen interessanten Einblick in die 1200-jährige Bau-und Wohnkultur. Die einzigartigen Wandmalereien machen das verträumte Alpenkloster zu einem Juwel der bildenden Kunst der Karolingerzeit.

Unser Hoteltipp: Das Hotel Helvetia*** in Müstair

Stiftsbezirk St. Gallen

Auf Schritt und Tritt könnt ihr in St. Gallen Geschichte erleben. Das Wahrzeichen der Stadt ist der St. Gallener Stiftsbezirk mit der barocken Kathedrale mit Bibliothek und Stiftsarchiv. Dieser wurde 1983 zum Weltkulturerbe ernannt. Noch heute bemerkt man den Geist der Benediktinermönche, wenn man durch die Stiftsbibliothek wandelt. Diese wird auch Seelenapotheke genannt und hat über 170.000 Bücher zur Auswahl. In der Altstadt St. Gallens findet ihr zudem viele prächtige Bürgerhäuser mit buntbemalten Erkern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Nach einem kulturellen Spaziergang durch die Stadt bietet sich eine Wanderung ins Appenzeller- und St. Gallerland an.

Unser Hoteltipp: Das Hotel Appenzellerhof (GARNI)*** in Speicher (AR)

Drei Burgen sowie Festungs- und Stadtmauern von Bellinzona

Die drei Burgen von Bellinzona gehören zu den Hauptattraktionen im Tessin. Sie sind einzigartig im Alpenraum und gehören seit 2000 auch zur UNESCO. Die mittelalterlichen Burgen Castelgrande, Castello Montebello und Castello Sasso Corbaro waren früher für den Schutz der Stadt gedacht, heute zieren sie die Stadt. Die Burgen, Mauern, Türme, Tore und Zinnen lösen bei jedem Besucher Erstaunen aus. In der Burg Castelgrande befindet sich zudem ein archäologisches Museum und ein Kunstmuseum. Die Burgen zählen zu den besterhaltensten mittelalterlichen Burgen der Schweiz.

Unser Hoteltipp: Das Hotel Rotonda*** in Gordola

Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch

Als erstes alpines UNESCO-Weltnaturerbe wurde das Gebiet Jungfrau-Aletsch 2001 gekürt. Der grosse Aletschgletscher steht im Mittelpunkt und wird umrandet von den Felsmassiven Eiger, Mönch und Jungfrau. Mit 23 Kilometern ist er der längste Gletscher der Alpen. Erleben könnt ihr den Gletscher bei Wanderungen vom Jungfraujoch aus. Schon die kleinste Wanderung zeigt euch die Schönheit der Eiswelt. Es gibt zudem verschiedene Aussichtspunkte von denen der Gletscher bewundert werden kann. Unternehmt eine Wanderung zum Moosfloh, zum Bettmerhorn, zum Eggishorn oder zum Jungfraujoch. Alle vier Aussichtspunkte sind auch mit einer Bergbahn erreichbar.

Natürlich bietet sich der Gletscher super zum Wintersport an. Wer sich jedoch mehr mit der Entstehung befassen möchte, sollte dem Gletscher von Juni bis September einen Besuch abstatten. Hier findet ein Welterbe Erlebnis-Nachmittag statt, bei dem Jung und Alt auf kreative Art und Weise die Einzigartigkeit des Gletschergebietes nähergebracht bekommen. Zudem werden in den Sommermonaten auch geführte Exkursionen ins Welterbe angeboten.

Unser Hoteltipp: Das Hotel Christania*** in Fiesch

Monte San Giorgio

Der Monte San Giorgio wird auch der Schweizer Saurierberg genannt und liegt im Kanton Tessin, direkt an der Grenze zu Italien. Der Berg hat wahrhaft ein reiches Innenleben. Der knapp 1‘100m hohe Berg ist ein Mekka für Fossilien-Wissenschaftler und seit 2003 UNESCO-Weltkulturerbe. Vor hundert Millionen von Jahren war hier ein 100m tiefes Meeresbecken, von dem nun nur noch der Luganersee übrig ist. Der Monte San Giorgio erhebt sich neben dem See wie eine Pyramide. Vom Gipfel habt ihr eine herrliche Aussicht auf den sonnigen Süden des Tessins.

Wenn ihr etwas an den Wänden kratzt, bemerkt ihr sofort, dass hier einst Meeres- und andere grosse Tiere lebten. Hier wurden bereits tausende versteinerte Fische und Meeressaurier mit bis zu 6 m Länge zutage gebracht. An den zahlreichen Ausgrabungsstellen könnt ihr die einzelnen Fischarten genauer entdecken. Wer noch mehr Informationen erhalten möchte, sollte dem Fossilienmuseum von Meride einen Besuch abstatten.

Unser Hoteltipp: Das Park Hotel Rovio*** in Rovio

Lavaux, Weinberg-Terassen

Mit über 800 Hektar Rebfläche gelten die Weinberg-Terrassen von Lavaux im Kanton Waadt als das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet der Schweiz. Von Terrasse zu Terrasse geniesst ihr die schönsten Aussichten auf den Genfersee und die Berge. Weinliebhaber schätzen die Lavaux-Lagen St-Saphorin, Dézaley und Epesses über dem Genfersee. Und nicht nur dies, auch die landschaftlichen, kulturellen und kulinarischen Höhepunkte der Region können sich sehen lassen.

Die Dörfer rund um die Weinanbaugebiete sind geprägt durch enge Gassen und charakteristische Winzerhäuser. Wer es eher bequem mag und nicht so viel durch die Reben laufen möchte, für den bietet sich eine Fahrt im blau-gelben „Train des vignes“ an, welcher in zwölf Minuten von Vevey durch die Reben bis hoch nach Puidoux-Chexbres fährt. In den kleinen Ortschaften könnt ihr dann kosten, was das Zeug hält: Degustieren ist in fast jedem Keller möglich. Für einen Mittagssnack bieten sich die charmanten Pinten an. Die Mini-Restaurants sind typisch für Lavaux und bieten regionale Kleinigkeiten.

Unser Hoteltipp: Das Hotel la Lagune Rive Bleue*** in Le Bouveret

Schweizer Tektonikarena Sardona

Messerscharf und gelb – das sind die Charakteristika der seit 2008 als UNESCO Weltkulturerbe geltenden Tektonikarena Sardona. Die Linien entlang der Felswände markieren die Glarner Hauptüberschiebung. Bei diesem Phänomen haben dich ältere Gesteinsschichten über jüngeres Gestein geschoben. An keinem anderen Ort kann man die Geschichte der Alpen so lebendig sehen. Der Piz Sardona liegt zwischen Murgsee, Pizol und Martinsloch bei Elm.

Hier erkennt man die gewaltige Kraft der Natur, wie die Kontinente Afrika und Europa zusammengestossen sind. Schon von weitem erkennt man die markante Kerbe die das 250 Millionen Jahre alte Verrucanogestein von 35 bis 50 Millionen Jahre alten Flyschgestein trennt. Das aussergewöhnliche hier ist, dass das jüngere Gestein unter dem alten gefunden wurde. Dies war lange Zeit ein Rätsel und auch der Grund, warum diese Einzigartigkeit zum Weltkulturerbe wurde.

Unser Hoteltipp: Das Hotel Cristal*** in Braunwald

Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina

130 Kilometer mit dem Zug über eine der wohl spektakulärsten Routen der Welt. Die Bahnstrecke Albula/Bernina ist das Kernstück des Welterbes, welche eigentlich von Thusis nach Tirano auf 122 Kilometern über 196 Brücken, durch 55 Tunnel und an 20 Gemeinden vorbei führt. Die Rhätische Bahn ist ein bahntechnisches Meisterwerk, denn sie schlängelt sich dank Viadukten, Kunstbauten und Tunnels durch das Gebirge Graubündens.

Von Chur nach St. Moritz geht es über das geschwungene Landwasserviadukt. Weiter mit dem Bernina Express vorbei am gigantischen Morteratsch-Gletscher und hoch über den höchsten Bahn Alpenpass Europas, dem 2‘253 Meter hohen Berninapass und von dort wieder hinunter nach Poschiavo. Wer auch noch die letzte Strecke bis nach Tirano beschreiten möchte, erlebt die Exklusivität eines Kehrtunnels im Freien. Die „Kleine Rote“ bringt euch durch die schmucken Dörfer, wildromantischen Landschaften und ursprünglichen Alpen.

Unser Hoteltipp: Das Morosani Posthotel Davos**** in Davos

La Chaux-de-Fonds / Le Locle, Stadtlandschaft Uhrenindustrie

Die Neuenburger Uhrenstädte La Chaux-de-Fonds und Le Locle dienen als Zeugen der Industrialisierung des Juras. Sie sind einzigartige Zeugen der Industrieepoche, besonders im Bereich Uhrenindustrie, welche in der Schweiz eine sehr spezielle Rolle einnimmt. Die Städte überzeugen durch eine einmalige Architektur die dem Licht grosse Priorität gibt und einer urbanen Struktur für den Verkehr. Die gebauten Strassen, Gebäude und Fabriken dienen nun als Symbol für die gesamte Region.

Unser Hoteltipp: Das Hotel Les Rives du Doubs*** in Les Brenets

Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen

Die Pfahlbauten bieten lebendige Einsichten in die Entstehung und Entwicklung früherer Agrargesellschaften um die Alpen. Die transnationale UNESCO Serienstätte umfasst 111 Fundstellen in sechs Ländern – 56 davon befinden sich in der Schweiz. Die wohl bekanntesten Siedlungsreste in Seen und Mooren der Schweiz befinden sich im Bodenseeraum.

Unser Hoteltipp: Das Hotel Inseli**** in Romanshorn

Das architektonische Werk von Le Corbusier

Der Künstler Le Corbusier ist eine Schlüsselfigur der Internationalisierung der Architektur und der Stadtplanung, welche die Stadtlandschaften im 20. Jahrhundert weltweit geprägt hat. 17 Objekte in Argentinien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Indien, Japan und der Schweiz zeugen von einer unvergleichbaren Kreativität und Vielseitigkeit in verschiedenen Kontexten und wurden 2017 zum Weltkulturerbe ernannt. Zwei der Objekte befinden sich in der Schweiz: La Petite villa in Corseaux am Genfersee und l’Immeuble Clarté in Genf.

Unser Hoteltipp: Das Hotel la Lagune Rive Bleue*** in Le Bouveret

Diese 12 Schweizer UNESCO Welterbestätten könnten nicht spannender und unterschiedlicher sein. Für Kultur-, Natur-, wie auch Architekturfans sind die perfekten Ausflugsziele dabei.

Welche UNESCO Welterbestätten habt ihr denn bereits besucht?


 

Facebook Kommentare
Sabrina Bodemer
Verfolgen Sabrina Bodemer:

Das Leben ist eine Reise und Reisen ist mein Leben. Ich bin Sabrina und komme aus dem schönen Badnerland. Reisen spielte für mich schon immer eine wichtige Rolle im Leben, weil ich es einfach liebe neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Trotzdem zieht es mich auch immer wieder in meine Heimat zurück. Heimat ist für mich: Einfach meine Sachen packen zu können und auf Entdeckungstour durch den Wald zu gehen. Für mich ist jede Reise und Tour einzigartig und mindestens eine Erzählung wert!